Lern- und Diskussionwochenende zu Öcalans Theorien

Spätestens seit dem Kampf um Kobane und der Ausrufung der autonomen Region Nord-Ost-Syriens, schauen viele Linke und Anarchist*innen verstärkt auf diese Region.
Die Revolution vor Ort ist seit nunmehr sechs Jahren Bezugspunkt für sozial-revolutionäre Menschen. In den letzten Jahren gab es unzählige Veranstaltungen auf denen Menschen von ihren konkreten Erfahrungen vor Ort erzählt haben. Was in der (linken) Öffentlichkeit dabei manchmal ausgeblendet wird, ist das theoretische Fundament auf dem diese Revolution beruht:
Seit Jahrzehnten in Quasi-Isolationshaft, hat Öcalan tausende von Seiten geschrieben und aus alten und neuen Elementen eine eigene spezifische Theorie der Befreiung entwickelt. Diese bildet die Grundlage, die der Revolution vor Ort ihre Kraft und Wirkmächtigkeit gibt.

Gemeinsam wollen wir uns ein Wochenende lang eben dieser Theorie widmen:

Fr. 30.10.
19:00 schauen wir gemeinsam eine oder zwei Dokus über Abdullah Öcalans Wirken und das internationale Komplott der Staaten, um ihn gefangenzunehmen. Ein Mitglied der Initiative „Freiheit für Öcalan“ wird anwesend sein und es ist danach Raum zu plaudern.

Sa 31.10.:
An diesem Tag wird Reimar Heider, der Übersetzer vieler Öcalan-Bücher, uns verschiedene Aspekte der Theorie näherbringen.

10:30 gemeinsamer Mitbring-Brunch
ab 11:30 „Tagesseminar“: In drei Blöcken (mit Pausen & Mittagessen) wird Reimar versuchen einen Einblick in Öcalans Theoriegebäude zu ermöglichen. Das Ende ist auf 17:30 so geplant, dass es allen möglich ist an späteren Abendveranstaltungen teilzunehmen.

Von Öcalans Geschichtsbild und seinem Verhältnis zu ihr, über die Entwicklung seiner spezifischen Herrschaftskritik, hin zum Aufbau einer frei(er)en Gesellschaft, werden uns diverse Fragen begegnen:
Was für ein Geschichtsbild haben wir, was für ein Geschichtsbild hat Öcalan? Wie sieht eine Herrschaftskritik aus, die all diese Bereiche umfasst? Welche Modelle der Organisierung schlägt Öcalan vor? Wie könnten seiner Meinung nach Strukturen aussehen, die im Antagonismus von Staat und Autonomie, schon heute wirken können, ohne in der Frage Revolution oder Reform zerrieben zu werden? Wie ordnet Öcalan die Kritik an Patriarchat, Klassensystemen und Imperialismus in seine Systemkritik ein? Welche Rolle spielt die Ökonomie? Und wie steht Öcalan eigentlich zur politischen Gewalt?

Am Samstag soll es uns hauptsächlich um ein Kennenlernen der Theorien gehen. Während aller Blöcke wird es jederzeit Raum für Verständnisfragen geben.

Am Sonntag, den 01.11., wollen wir um 13 Uhr zusammenkommen, um dann miteinander weiter zu diskutieren: „Was bewegt uns besonders an dem Kennengelernten?“ „Was für Fragestellungen können sich daraus für unsere Praxis hier ableiten?“ Da wir wirklich miteinander ins Gespräch kommen wollen, würden wir – je nach Gesamtgruppengröße – auf ein Kleingruppenkonzept zurückgreifen.

Wir wünschen uns für das ganze Wochenende einen Rahmen, der Allen Lust auf inhaltliche Arbeit macht. Es wird deswegen versucht, den Vortrag so wenig vorraussetzungsvoll, wie möglich, zu gestalten und ein Diskussionsklima zu schaffen, in dem sich alle (zu)trauen, sich einzubringen und Fragen zu stellen.

Wir freuen uns auf euch!

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation und um die mögliche Personenzahl einschätzen zu können, bitten wir euch, euch (anonym) voranzumelden. Eine Personenzahl und welche Tage reicht dabei völlig. Natürlich könnt ihr auch spontan und auch an beliebig vielen der Tage teilnehmen.

Anmeldungen bitte an: „ahochzwei@riseup.net

https://allesallen.noblogs.org/archive/73


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